Russland 2009

Eine unvergessliche Reise der Handballfreunde Pankow
Beitrag vom 13. Juli 2026

Vom 2. bis 18. Juli 2009 machten sich die Handballfreunde Pankow auf zu einer Reise, die bis heute allen Teilnehmern in bester Erinnerung geblieben ist. Das Ziel war Russland – von der prachtvollen Zarenstadt Sankt Petersburg über die russische Hauptstadt Moskau bis tief nach Sibirien an den sagenumwobenen Baikalsee. Es wurde eine Tour voller Kontraste, außergewöhnlicher Begegnungen, landschaftlicher Höhepunkte und unzähliger gemeinsamer Erlebnisse.

Sankt Petersburg – Das Venedig des Nordens

Die Reise begann in Sankt Petersburg, einer der schönsten Städte Europas. Unsere Stadtführerin Oksana zeigte uns mit viel Herzblut ihre Heimat. Während eines ausgedehnten Stadtrundgangs lernten wir die prachtvollen Paläste, die unzähligen Kanäle, die Newa und die beeindruckenden historischen Gebäude kennen. Nicht umsonst trägt Sankt Petersburg den Beinamen „Venedig des Nordens“.

Doch die Stadt zeigte sich nicht nur tagsüber von ihrer schönsten Seite. Am Abend besuchten wir ein Konzert der legendären Petersburger Band „Marksheider Kunst“, deren mitreißender Mix aus Blues, Reggae und Balkanrhythmen sofort für beste Stimmung sorgte.

Anschließend zog es uns in den legendären Club „Achtung Baby“. Dort wurde getanzt, gefeiert und gelacht – und zwar bis sechs Uhr morgens. Schlaf spielte in diesen Tagen eher eine untergeordnete Rolle. Die Nächte waren kurz, die Erlebnisse dafür umso intensiver. Bevor wir die Stadt verließen, durfte natürlich auch ein ausgiebiger Saunabesuch nicht fehlen – die perfekte Vorbereitung für den nächsten Reiseabschnitt.

Mit dem Nachtzug nach Moskau

Ganz traditionell ging es anschließend mit dem Nachtzug weiter nach Moskau. Schon diese Fahrt war ein Erlebnis und vermittelte einen ersten Eindruck von den gewaltigen Dimensionen Russlands.

Am frühen Morgen erreichten wir die Hauptstadt – allerdings zunächst bei strömendem Regen. Hinzu kam, dass der Rote Platz wegen des Staatsbesuchs von US-Präsident Barack Obama weiträumig abgesperrt war. Die Enttäuschung hielt jedoch nicht lange an.

Am Nachmittag klarte das Wetter auf, die Sonne kam heraus und schließlich konnten wir doch noch den Roten Platz besuchen. Bei einem frisch gezapften Bier genossen wir die Atmosphäre zwischen Kreml und Basilius-Kathedrale und ließen die Hektik der Millionenmetropole für einen Moment hinter uns.

Noch in derselben Nacht startete unser Flug nach Irkutsk – über 4.000 Kilometer weiter östlich.

Irkutsk – Das Tor zum Baikalsee

Nach der Ankunft bezogen wir unser Quartier im Hostel „Baikaler“. Trotz der langen Anreise blieb kaum Zeit zum Ausruhen. Am Abend lockte bereits das Nachtleben an das Ufer der Angara.

Die Diskothek „Bata Ilic“ entwickelte sich schnell zum Treffpunkt unserer Gruppe. Musik, gute Stimmung und die herzliche Gastfreundschaft machten den Abend zu einem gelungenen Auftakt unseres sibirischen Abenteuers.

Zu Fuß entlang der alten Transsibirischen Eisenbahn

Der wohl spektakulärste Abschnitt der gesamten Reise begann mit einer Wanderung entlang der stillgelegten Baikaltrasse der Transsibirischen Eisenbahn.

27 Kilometer führte unser Weg über historische Bahngleise, durch zahlreiche Tunnel, vorbei an Brücken und direkt entlang des glasklaren Baikalsees. Immer wieder eröffneten sich atemberaubende Ausblicke auf die scheinbar endlose Wasserfläche. Fernab jeder Straße erlebten wir die Natur in ihrer ursprünglichsten Form.

Die erste Übernachtung führte uns nach Sharyshalgai. Direkt am See warteten Schaschlyk, reichlich Wodka, eine traditionelle russische Sauna und ein Sonnenuntergang, den wohl niemand aus unserer Gruppe jemals vergessen wird.

Weiter ging es nach Poloviny in das Resort „Lesnaya Skaska“ – übersetzt „Waldmärchen“. Treffender hätte der Name kaum sein können. Liebevoll eingerichtete Unterkünfte, eine herzliche Betreuung und die einzigartige Lage mitten in der Natur machten diesen Aufenthalt zu einem der absoluten Höhepunkte unserer Reise.

Am Ende der Wanderung erreichten wir Port Baikal, den Endpunkt der historischen Baikalbahn. Der kleine Ort wirkte auf den ersten Blick verschlafen und von einer eher bescheidenen Infrastruktur geprägt. Umso größer war die Überraschung beim Betreten unseres Hotels: Das liebevoll restaurierte ehemalige Bahnhofsgebäude bot einen Komfort, den an diesem abgelegenen Ort niemand erwartet hätte.

Nach der Überfahrt über die Angara nach Listwyanka blieb noch etwas Zeit zum Bummeln, bevor uns am Abend ein Tragflächenboot zurück nach Irkutsk brachte.

Erholung in der Sandbucht

Vom 12. bis zum 15. Juli stand dann ein völlig anderer Teil der Reise auf dem Programm.

Die berühmte Sandbucht am Baikalsee, rund 120 Kilometer nördlich der Angaramündung gelegen und ausschließlich vom Wasser aus erreichbar, bot den perfekten Ort zum Entspannen.

Das Team der „Baikal Dunes“ kümmerte sich mit großer Herzlichkeit um seine Gäste und sorgte für abwechslungsreiche Tage. Sportliche Aktivitäten wechselten sich mit Spielen, gemeinsamen Lagerfeuern, Saunagängen und ausgedehnten Sonnenbädern am See ab.

Hier rückte der Alltag endgültig in weite Ferne. Die Ruhe des Baikalsees, die klare Luft und die beeindruckende Landschaft machten diese Tage zu einem echten Traumurlaub mitten in Sibirien.

Mit dem Tragflächenboot und anschließend per Bus kehrten wir schließlich wieder nach Irkutsk zurück.

Abschied von Sibirien

Für die letzten beiden Nächte blieb noch ausreichend Zeit, Irkutsk in aller Ruhe zu genießen.

Es wurde gebummelt, eingekauft, gechillt und natürlich noch einmal ausgiebig gefeiert. Auch die legendäre „Männermilch“ durfte dabei nicht fehlen und sorgte für viele Lacher und unvergessliche Geschichten.

Die gemütlichen Holzhäuser, die gastfreundlichen Menschen und die entspannte Atmosphäre machten den Abschied nicht leicht.

Eine Reise für die Ewigkeit

Diese Tour war weit mehr als eine gewöhnliche Vereinsfahrt. Sie war ein Abenteuer, das Freundschaften vertiefte und Erinnerungen schuf, die auch viele Jahre später noch lebendig sind.

Von den weißen Nächten in Sankt Petersburg über den Roten Platz in Moskau bis zu den stillen Ufern des Baikalsees – jeder einzelne Tag brachte neue Eindrücke und neue Geschichten.

Natur, Kultur, Sport, Abenteuer, russische Gastfreundschaft, gemeinsame Feiern, lange Wanderungen, kurze Nächte und unzählige Momente voller Freude machten diese Reise zu einer der außergewöhnlichsten Unternehmungen in der Geschichte der Handballfreunde Pankow.

Erinnerungen an Russland

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